Philosophie + Architektur

Vitruv ein bedeutender Architekt und Ingenieur der Antike, widmet in seinen Büchern  1 bis 7  sich der Tätigkeit des Architekten, während die Bücher 8 bis 10 mehr dem Ingenieurwesen zuzurechnen sind. Diese Tätigkeitsfelder bilden eine Einheit von der Antike bis in die Gegenwart. Vitruv rechnet zehn Wissensgebiete zu den Fachgebieten, in denen ein Architekt zum Nutzen seiner Auftraggeber bewandert sein sollte: 1. Schriftkunde, 2. Zeichnen, 3. Geometrie, 4. Arithmetik, 5.Geschichte, 6. Philosophie, 7. Musik, 8. Medizin, 9. Jura und 10. Astronomie. Zu ergänzen sind die Chemie, die Physik und die Sozioökonomie. Vitruv legte bereits  offen, dass das Wissen des Architekten sich aus fabrica, das (Handwerk) und ratiocinatio (geistiger Arbeit) speise, die den Architekten befähige über alle Handwerkskünste zu urteilen. Große Gelehrte wie Thales, Platon, Pythagoras, Archimedes, Vitruv, Palladio und Andere schufen Grundlagen, ohne die eine moderne Raum- und Lebensplanung nicht  denkbar ist.

Architekturgeschichte im Überblick

Romanik (1000-1250)
Romanik auch: romanischer Stil, vorgotischer Stil, lombardischer Stil genannt, beschreibt die kunstgeschichtliche Epoche des Abendlandes, in der europäischen mittelalterlichen Kunst zwischen der Vorromanik und der nachfolgenden Gotik in Malerei, Plastik und Architektur.

  • Massive, schlichte Bauweise.
  • Stilelement: Rundbögen

Gotik(1200-1500)
Gotik ist eine Epoche der europäischen Architektur und Kunst des Mittelalters. Sie entstand um 1140 in der Île-de-France (Gegend um Paris) und währte nördlich der Alpen bis etwa 1500–1550.

  • Vertikale Ausrichtung, Skelettbauweise
  • Stilelement: Spitzbögen

Renaissance (1500-1650)
Renaissance (französisch – Wiedergeburt) beschreibt die Kunstepoche der mit ihr beginnenden Neuzeit, vor allem im 15. und 16. Jahrhundert

  • Horizontale Ausrichtung
  • Wiederbelebung antiker Elemente: Säulen, Pilaster

Barock (1650-1750)
Barock ist eine Epoche der europäischen Geistesgeschichte, die von etwa 1575 bis 1770 währte. Dem Barock voraus ging die kulturgeschichtliche Epoche der Renaissance, ihm folgte der Klassizismus.

  • Eine Art “Remix” der Renaissance:
  • Alles üppiger und prunkvoller

Rokoko (1725-1780)
Rokoko auch Spätbarock genannt ist eine Stilstufe der europäischen Kunst (von etwa 1730 bis 1770/1780). Ausgangspunkt ist Frankreich. Nach einem immer wieder auftretendem Ornamentmotiv, das sich durch seine Asymmetrie und seiner Auflösung fester Vorbilder aus dem Barock unterscheidet

  • Verzicht auf Symmetrie
  • weniger Pompös aber umso schnörkeliger und verspielter

Klassizismus (1770-1850)
Klassizismus bezeichnet als kunstgeschichtliche Epoche von Louis Seize, Biedermeier und Empire den Zeitraum etwa zwischen 1770 und 1840. Der Klassizismus löste den Barock ab. Eine Form des Klassizismus ist das Biedermeier. Die Epoche wurde in der Architektur von der Romantik begleitet und vom Historismus abgelöst

  • Strenge Formgebung
  • In Anlehnung an den griechischen Tempelbau

Historismus (1850-1900)
Historismus  ist Ausdruck der Gründerzeitarchitektur und bezeichnet die  Stilgeschichte des 19. Jahrhundert und teilweise noch des 20. Jahrhunderts. In dieser Zeit wurden Paläste errichtet, so auch das barocke Palais in Wien, des Herzogs von Coburg Sachsen, des Architekten Karl Schlepps aus Liechtenstein / Wien. Ganz Europa wurde von einem Baufieber ergriffen. Ein nachwirkendes Phänomen, bei dem man – vor allem in der Architektur – auf ältere Stilrichtungen zurückgriff und diese nachahmte.

Jugendstil (um 1900)
Jugendstil ist eine kunstgeschichtliche Epoche um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Weitere Bezeichnungen sind Art Nouveau, Modern Style, Modernisme, Stile Liberty, Victorian Style, Reformstil oder Wiener Secession. In Russland heißt er Stil Modern, in Italien Stile Floreale, während Frankreich auch den Begriff Fin de siècle verwendet.

  • Eigner Stil keine Nachahmungen von alten Stilen
  • Stilelemente: Gebogene Linien

Moderne (seit 1900)
Moderne Sammelbegriff für div. Strömungen. (Bauhaus) bezeichnet in der Geschichte der Architektur eine nicht allgemein abzugrenzende Architekturepoche. In der Regel meint man damit die international verwendete Formensprache, die sich innerhalb des heute klassische Moderne genannten Kunstkomplexes zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt und bis heute weiter verwendet wird und High Tech Strömungen in die Architektur aufnimmt

  • Neue Baumaterialien: Stahlbeton, Glas, Stahl
  • Verzicht auf unnötigen Zierrat

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